PRESSE

Bild Regional 03.02.2010

von Kitti Pohl

Ein spitzer Schrei, ein ungläubiger Blick: Der Typ mit dem Al-Capone-Hut und dem Mafia-Anzug fummelt am Dekolletee der jungen Frau – und plötzlich wedelt ihr der BH vor ihrer Nase! Geknallt kriegt der smarte Glatzkopf aber keine. Denn Dirk Balzer (40) darf das: Der Polizeihauptkommissar tritt im Nebenjob als Zauberkünstler Louis Lewis auf – und klaut Frauen den BH! Das macht er aber so charmant, dass ihm keine böse ist. Auf der Polizei-Beratungsstelle Zeil klärt Balzer Bürger zur Sicherheit auf – abends lässt er Menschen schweben und Ketchup-Flaschen verschwinden. Vor 15 Jahren hat er mit dem Zaubern angefangen, mit Einverständnis des Polizeipräsidiums. Tritt im Polizeibistro und bei Hessentagen auf. Verblüfft Kollegen und „Kunden“: „Zum Eisbrechen bei Kindern ist Zaubern ideal“, sagt Balzer. Sein Kollege Manfred Feist: „Dirk ist unglaublich. Ständig führt er was vor und wir staunen!“ Das tun auch die Besucher der Put-Eventbühne in der Brotfabrik, wo der Polizist jeden letzten Samstag im Monat mit seinem Varieté-Programm „Paternoster“ auftritt: Poetisch, witzig, charmant und fesselnd.

Ein cooler Typ, von dem frau sich gerne mal den BH mopsen lässt....

 

Fransenflohmarkt mit bunten Kleidern und tollen Künstlern

Man nehme ein silbernes Paillettenkleid, eine pinke Federboa, Pumps und eine Perücke, lasse sich von einem Profi schminken und lächle verführerisch: In der PUT-Eventbühne legte Stylist Patrick letzte Hand an, damit aus Studentin Denise Klug die «Miss Fransenflohmarkt» wurde.
Ein Fransenflohmarkt ist wie eine Wundertüte – man weiß nie, was man bekommt. Diese Erfahrung machte auch Studentin Denise Klug am Sonntag auf dem Fransenflohmarkt der PUT- Eventbühne.
Hausen.

Bunt, schillernd, laut. So hatte sich Studentin Denise Klug den Fransenflohmarkt der PUT- Eventbühne am Sonntag bestimmt nicht vorgestellt. Trist und langweilig eher, wie eine kleine schnöde Veranstaltung, auf der ein Karnevalverein seine alten Kostüme billig verscherbelt.
Aber nun steht Denise inmitten dieses bunten Treibens und weiß nicht recht, wo sie zuerst hinschauen soll: Wallende Perücken, glitzernde Kostüme, schillerndes Makeup – hier türmt sich auf den Verkaufstischen jahrelange Bühnenerfahrung.

Denise sucht ein Outfit für die kommende Fastnachtsparty. Ausgefallen soll es sein, ein bisschen gewagt. Die Kostüme von der Stange im Kaufhaus mag sie nicht; die seien ja nichts Besonderes. Dann hörte sie vom Fransenflohmarkt auf dem Gelände der alten Hausener Brotfabrik: «Kostüme und Tragbares für jedermann ab einem Euro.» Da wurde sie neugierig.

Zum neunten Mal veranstaltet die PUT- Eventbühne, Varietétheater und Kabarett, in der Brotfabrik einen Fransenflohmarkt, auf dem Schauspieler, Sänger und andere Künstler ihren gebrauchten Bühnenklamotten verkaufen. Gut für Fastnacht, aber auch für festlichere Anlässe – und immer mit der Garantie, dass das Kostüm schon Bühnenluft geschnuppert hat.

Ein Kleid soll es sein Für ihre Fastnachtsparty schwebt Denise ein Kleid vor. «Davon hat man nie genug», findet sie. Die Auswahl ist groß: Rauschende Ballroben mit langen Schleppen und sehr knappe Cocktailkleidchen hängen an den Kleiderständern am Stand von Michaela Rose. Frühe tourte die Sängerin mit ihrer Gruppe «Arabesque» durch Deutschland. Vor ein paar Jahren hat sich die Band neu gegründet. Da müssen natürlich auch neue Gewänder her. Mehr als 30 Jahre Bühnenerfahrung haften ihren Kleidern an. «Ich hänge an jedem einzelnen, schließlich wurden mir die meisten auf den Leib geschneidert», sagt Rose und streichelt liebevoll über ein knallrotes Exemplar. «Aber irgendwann muss ich auch Platz machen im Kleiderschrank.»

Denise hat ein Paillettenkleid ins Auge gefasst, silbern, mit langem Schlitz an den Seiten. Kritischer Blick vor dem Spiegel: Es passt und 15 Euro sind in Ordnung. Aber das reicht nicht, eine Perücke muss her. Perücken gehören für Denise einfach zu Fasching dazu. Eventbühne- Geschäftsführer Thomas Mainusch hat gerade eine in der Hand: rotblond, schulterlang. «Der ganz große Vorteil bei einem Fransenflohmarkt», sagt er und zieht Denise die Mähne über den Kopf, «ist die Qualität der Produkte. Die mussten schließlich alle Strapazen von Theateraufführungen und Auftritten überstehen. Die Perücken beispielsweise sind viel strapazierfähiger als die günstigen aus der Fastnachtsabteilung im Kaufhaus. » Und sie sehen besser aus. Mit Paillettenkleid und Kunsthaar ist Denise schon fast partytauglich. Findet auch Travestiekünstler Wango Deligiannis. Nur – irgendwie fehlt noch das i-Tüpfelchen. Er kramt in seinem Fundus, zaubert eine pinke Boa hervor. Denise ist begeistert. Mit hohen Schuhen ist das Outfit komplett. Denkt sie. Aber Denises Herumstöbern hat noch jemanden auf den Plan gerufen:

Patrick Bissinger – «nenn mich Patrick» – , Maskenbildner und Visagist. Modisch-eckige Brille, dezenter Schal. Eigentlich ist er hier, um beim Fundus-Verkauf des Theaters «Ding Dong» mitzuhelfen. Aber beim Anblick von Denises Aufmachung juckt es ihn in den Fingern. «Schon sehr schön, aber daraus machen wir noch mehr», sagt er, und schon findet sich Denise auf dem Frisierstuhl wieder. Die Boa drapiert er um die Schulter; das kaschiert. Und die Perücke sehe auch viel besser aus, wenn man sie seitlich am Kopf feststeckt. Jetzt ist Patrick nicht mehr zu halten. Kämmen, toupieren, mit sehr viel Haarspray fixieren. Sprechen möchte der Meister nur ungern während seiner schöpferischen Arbeit, aber dann plaudert er doch noch aus dem Nähkästchen: Erst neulich war er auf der Fashion Week in Berlin und New York. Visagist sei sein Traumberuf: «Da kann ich den Menschen im Ganzen betrachten und seine Vorteile herausstellen», erzählt er und kann gar nicht glauben, dass er so etwas immer wieder gefragt wird. «Mittlerweile weiß man das doch von uns Maskenbildnern.»

Zum Schluss bekommt Denise von Patrick sogar noch das passende Makeup: Nicht zu starke Kontraste, rät er, lieber weiche Übergänge. Denise nickt und blinzelt ein bisschen; ohne Brille sieht sie die ganzen schillernden Menschen um sich herum nur verschwommen. Eine Kundin nutzt Patricks Redepause, um schnell mit ihm um einen schwarz glänzenden Hauch von Nichts zu feilschen. Man einigt sich, und Denise steht wieder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit Schick sieht sie jetzt aus mit dem Kleid, der Boa und den toupierten Haaren.
Auch Patrick scheint zufrieden, aber dennoch muss noch einmal Travestiekünstler Wango Deligiannis sein Urteil abliefern. Und das fällt positiv aus: «Denise ist unsere neue Miss Fransenflohmarkt!

Von Julia Rösch Foto: Martin Weis Frankfurter Neue Presse 07.02. 2010


Printausgabe vom 28.01.2008  Neue Presse

Die wilde Mischung macht’s: Comedy, Travestie, Musik und Zauberei
Hausen. Die Brotfabrik ist die Adresse für Musik aus allen Teilen der Erde. Doch das kulturelle Angebot auf dem ehemaligen Fabrikgelände in der Bachmannstraße ist viel umfassender. Weitere Cafés und kleine Bühnen haben sich hier angesiedelt. Diese leiden oft darunter, dass sie neben dem großen Konzertsaal kaum wahrgenommen werden. „Wir sind nun seit fast acht Jahren hier und müssen trotzdem feststellen, dass die meisten Leute doch nur die Brotfabrik kennen“, sagt Thomas Mainusch.

Gemeinsam mit Ulrich Lenz betreibt er die Put-Eventbühne. Varieté, Travestie sowie Chanson, Swing und Pop – das Programm der Kleinkunstbühne ist vielfältig. Wer sich für keine Richtung entscheiden kann, der wählt den Paternoster. „Die wilde Mischung aus Theater, Travestie, Musik, Zauberei, Clownerie, Akrobatik, Tanz und Literatur – Ernstes und Wildes – Bekanntes und Ungewohntes“, so beschreiben es die Veranstalter, sollte für jeden etwas bereithalten.
Immer am letzten Samstag im Monat erobert die bunte Truppe für ein etwa dreistündiges Programm die Bühne. Dazu gehört zum Beispiel Zauberkünstler Louis Lewis. Ob imaginäre Kartenspiele sichtbar machen, Klappstühle von Zauberhand zum Zusammenklappen bringen oder auf magische Weise die Farbe von Tüchern verändern, für ihn alles kein Problem. Dabei setzt der schräge Magier im weißen Anzug gerne auf die Mithilfe des Publikums. Davor schützt scheue Zuschauer auch der Platz in der letzten Reihe nicht. Louis Lewis kennt kein Erbarmen. Mit Freude schaut er zu, wenn es Kandidaten die Schweißperlen auf die Stirn treibt, weil er gerade eine brennende Zigarette in ihrem Blazer vergräbt oder sie unvermittelt auffordert, seine Bewegungen zu imitieren. Die Erwartungen des Publikums an eine Zaubershow ala David Copperfield werden immer wieder gebrochen. Scheint so mancher Trick im ersten Moment noch durchschaubar, verblüfft Lewis im nächsten Moment, wenn er aus einem in die Luft geworfenen Stapel Spielkarten eine ganz bestimmte mit einem Plastikdegen aufspießt.

Für „Stand-up und Sing-Down Comedy“ in der Truppe ist der Mainzer Fastnachter Stefan Denzer zuständig. Zur Melodie von „Candle in the wind“ singt er „Goodbye Eva Herman, du warst so schlau wie Brot“, anschließend stellt er die Sinnhaftigkeit moderner Erfindungen wie den Tomatenhalter in Frage oder lästert über „akute Mundwinkelerektionen“, die bei vielen von dem Blitzlicht allgegenwärtiger Digitalkameras ausgelöst würden.

Die Menschen zum Lachen bringen, ohne dabei zu reden, ist die Kunst von Bühnenchef Thomas Mainusch. Fast schon legendär ist seine Imitation der Frau mit den „many mean faceliftings“ (der vielen, hässlichen Gesichtsstraffungen), Sängerin Cher. Wenn er mit Lockenperücke und wie sein Vorbild im pofreien Lederbody die Bühne betritt, kennt das Publikum kein Halten mehr.

Für die ruhigen Töne in der Truppe sorgt Sängerin Lorena Villatoro. Zum Repertoire der Mexikanerin gehören Serenatas, eine gesungene Liebeserklärung, die die Angebetete aus dem Schlaf wecken soll, aber auch spanischsprachige Klassiker wie „Besa me“ oder „Qué será“. Dabei begleitet sich Lorena selbst auf der akustischen Gitarre. Gesungen wird live und ohne Mikrofon, wobei das Publikum immer eingeladen ist, mit ein zu stimmen.

Auf der Put-Eventbühne wird aber auch die fünfte Jahreszeit gefeiert und zwar am Samstag, 2. Februar, um 20 Uhr. Auch dann steht eine Mischung aus Travestie, Akrobatik und Live-Musik auf dem Programm. Weitere Infos gibt es im Internet unter http://www.puteventbuehne.de. (kan)




Am 15.12.2007 war es mal wieder soweit.

Meine Schwester und ich machten uns auf den Weg nach Frankfurt-Hausen zur Orientalischen Show „Café Oriental" auf der PUT-Eventbühne in einer ehemaligen Brotfabrik.
Dafür, dass ich es mir nur schwer vorstellen konnte, dass sich mitten in Hausen eine alte Brotfabrik oder gar eine Eventbühne befindet, nachdem ich die Lokalität in Google Earth und Google Maps gesucht hatte, hatten wir das Ganze doch relativ schnell gefunden. Die PUT-Eventbühne war nun eine relativ kleine Lokalität mit eher Café-Atmosphäre, mit Tischen, einer kleinen Bar und einer kleinen, von jeder Mann (oder Frau) gut einsehbaren Bühne.
Zuschauermässig hatten etwa 30 Personen Platz und ich war natürlich wieder einer von nur einer Hand voll männlicher Mitstreiter.
Mit leichter Verspätung begann das Programm um 20 Uhr passenderweise mit dem Titel Café Oriental, gesungen von Bill Ramsey. Als allerdings anschliessend der Nikolaus die Bühne betrat, fragte ich mich ehrlich gesagt, ob ich in der richtigen Veranstaltung sitze (beim Einlass dachte übrigens auch erst Einer der Verantwortlichen wir hätten die falschen Karten). Aber als Dieser dann die Veranstalterin Sho’ira aus dem Sack zauberte, zerschlugen sich diese Ängste sofort wieder.
Nach ein paar einführenden Worten begann die Show mit der griechischen Tanzgruppe Zorbas, die zu sechst über die Bühne „wirbelten" und doch das Ein- oder Andere Mal dem Vorhang oder der Bühnenkante gefährlich nahe kamen. Nach diesem furiosen Auftakt kam der Nikolaus, diesmal in zivil, in seiner Funktion als Moderator des Abends wieder zum Vorschein. Nach einer die ganze Atmosphäre aufheiternden kleinen Zaubereinlage kündigte er, ich möchte sagen, das Highlight des Abends an, nämlich Tänzerin Sho’ira mit einer Fantasy-Performance als „Engel" mit Flügeln und brennenden Kerzen auf dem Kopf balancierend ganz in weiss. Auch wenn das „Blacklight" etwas verspätet angeschaltet wurde, dass dem ganzen noch mehr Mystik verlieh, war Sho’iras Auftritt schon fast atemberaubend.
Nach einer erneuten Zaubereinlage des Moderators, bei der er nun auch vermehrt die Zuschauer der ersten Reihen miteinbezog (der Nachteil, wenn man ganz vorne sitzt ), präsentierte Tänzerin Karima Monaim einen 10 minütigen Raks Sharki, bei dem sie auch gerne mal die Bühne verließ und im Zuschauerraum tanzte. Nach dieser tollen Performance betrat die Tribalgruppe Shivasa die Bühne, und was soll ich sagen, auch wenn ich heute immer noch behaupte, dass ich mit dem Tribal-Style nicht soviel anfangen könnte (bin eher ein Freund der glitzernden Köstüme ), fand ich diese Darbietungen trotzdem wieder sagenhaft. Lustigerweise verließen die Tänzerinnen nicht die Bühne durch den Vorhang, sondern via Zuschauerraum durch die Toilettentür.

Nach einer nun folgenden 15 minütigen Pause und einem erneuten Interlude von Bill Ramsey begann der zweite Showteil. Diesen eröffnete wieder die griechische Tanzgruppe Zorbas, und dieses Mal kamen sie dem Vorhang noch gefährlich näher. Dem folgte der Tänzer Shaadan mit einem Saidi, mit live-Trommel-Begleitung. Man kann sagen, dass er das Publikum förmlich mitriss und einen weiteren Höhepunkt setzte. Im Anschluss tanzte erneut die Tribalgruppe Shivasa, die diesmal durch ein etwas unförmiges, hölzernes Omega die Bühne betrat.
Den Schlusspunkt und den letzten Höhepunkt der Show setzte Tänzerin Karima Monaim mit einem Baladi im Zuschauerraum; allerdings weigerte sich meine Schwester sich von ihr zum mitklatschen animieren zu lassen (meine Schwester saß „taktisch" auch unklug).
So ging der Abend zu Ende und wir machten uns auf den 40 km langen Weg wieder Richtung Heimat.

Als Fazit kann man sagen, dass ich mittlerweile viel mehr gefallen an den Shows in „kleinerem Rahmen" finde als an den grossen Galas, die ich bis jetzt besucht hatte, und dass trotz einiger kleinerer Pannen, der Abend doch mal wieder ein Highlight war. Den Termin für das nächste Café Oriental habe ich mir schon vergemerkt ;-).
(Sebastian Krüger)


Presseauszug der Frankfurter Rundschau zur Eröffnung Januar 2000:

Am Samstag eröffnet eine neue Kleinkunst und Travestiebühne in der Brotfabrik.
"Die P.U.T. - EVENT Bühne"
Ein Raum mit Ahornparkett, die Wände so grün wie Stangensellerie.
Eine Eckbühne wie ein Viertelkreis zirkelt den Tortenboden für bunte Kleinkunst.
Quer über der Eingangstür leuchtet ein Name: P.U.T. - EVENT Bühne.
Vom 13. Januar an wollen Patrick Funke, Ulrich Lenz und Thomas Mainusch
(die jeweils ersten Buchstaben der Vornamen bilden das Kürzel P.U.T.)
frischen Wind zwischen die Backsteine der jahrhundertealten Brotfabrik blasen.
Sie wollen hier ein Forum für allerlei Buntes schaffen.
Die Betreiber selbst Travestiekünstler ( siehe unter "Links, Tuc Tuc Company" )
sind genauso regelmäßig zu sehen wie der kultige Kleinkunstcocktail Paternoster.


Seltsam, dass keiner sich ziert, im Rampenlicht zu stehen

Die P.U.T. Event Bühne lud zum Varieté "Der Paternoster" ein, und die Gäste gingen sofort mit- sogar auf die Bühne.
Hausen. Schon der Auftakt ist furios. Moderator Johannes Schilling bittet das Publikum aufzustehen, holt alle Kinder zu sich auf die Bühne, stimmt dann eine Art Erkennungsmelodie an:
"Die Wilde Mischung ist wieder da- Zeit für Paternoster...".
Der Saal grölt mit und tanzt eine simple Disco- Choreographie, die Schilling a la Macarena vorgibt.
Man kennt sich offenbar in der P.U.T Event Bühne auf dem Gelände der Brotfabrik. Die Stimmung ist von der ersten Minute an locker, fast familiär.

"Wir haben ein großes Stammpublikum", sagt Schilling nach der Vorstellung.
Schon seit zehn Jahren organisiert er das Varieté Programm "Der Paternoster"jeweils am letzten Samstag im Monat.
Schilling will ein Forum bieten. Ein Forum für junge Künstler die ansonsten wenig Möglichkeiten zum Auftritt haben .Entstehen soll eine "Wilde Mischung" aus Jonglage, Travestie, Zauberei, Clownerie, Akrobatik und Tanz. Hört sich gut an, und bei der jüngsten Vorstellung funktionierte es auch bestens.
Die Travestiekünstlerin Miss Ultra entführte das Publikum in die Pariser Halbwelt, singt unter rhythmischen Klatschen der Zuschauer einen Playback- Hit.
Im Anschluss tritt Roland Boros alias Ziloni auf, laut Schilling größer als David Copperfield. Mit engem Publikumskontakt führt er kleine Tricks auf, lässt zum Beispiel den Ring einer Zuschauerin verschwinden- und wenig später in einer Dose Annanas wider auftauchen.
Eines ist schnell klar: In der P.U.T.-Event Bühne kann an diesem Abend niemand sicher gehen, nicht im nächsten Moment auf der Bühne zu stehen.
Seltsam bloß, dass keiner- wirklich keiner- sich ziert im Rampenlicht zu stehen.
Zu locker zu familiär ist die Stimmung. Selbst bei einem Improvisationsstück im zweiten Teil des Abends machen fünf Zuschauer spontan mit, reißen den Rest des Publikums zu Begeisterungs- Stürmen hin.
Kaum zu glauben, dass das nicht geprobt war. Ein Wiedersehen gibt es im zweiten Teil mit Roland Boros, bekannt aus der Morning Show auf Hr3.
In der fiktiven Talkshow "Inge Intim" gibt er einen Aufnahmeleiter mit Schweizer Akzent a al Kurt Felix, ferner Inge Meysel und Howard Carpendale. Grandios wie er den Schlager "Ti amo" beliebig wechselnd mit Meysels oder Howies Stimme singt.

Noch besser ist wohl nur das Duo Akro- Mobil aus Darmstadt. Die beiden Frauen bieten einen akrobatischen Strip. Sie entblättern sich gegenseitig so umständlich, dass garantiert keine Erotik entsteht- sondern viel mehr Gelächter und ungläubiges Staunen.
Informationen gibt es im Internet unter www.puteventbuehne.de und unter www.der-paternoster.de.
von Tobias Becker